Gemeinsam auf dem Weg zur Reaktivierung

Bis wieder Züge zwischen Wölfersheim und Hungen fahren, wird noch etwas Zeit vergehen. Damit dies Realität wird, arbeiten die beiden Kommunen und Landkreise eng mit den Verkehrsverbänden zusammen. Regelmäßig finden Arbeitssitzungen statt, bei denen Einzelheiten besprochen werden. So auch kürzlich im Gießener Landratsamt.
09.09. / Gemeinde Wölfersheim

Im Jahr 2003 wurde der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Wölfersheim und Hungen, der Horlofftalbahn, eingestellt. Um die Möglichkeit zu erhalten, dass irgendwann wieder Züge auf der Strecke fahren, haben die Gemeinde Wölfersheim und die Stadt Hungen gemeinsam die entsprechenden Streckenabschnitte in ihrem Gemeindegebiet gekauft. Dadurch konnte ein Rückbau verhindert werden. Lange Zeit haben sich beide Kommunen für eine Reaktivierung stark gemacht. Gemeinsam mit dem Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) wurde von den beiden Gemeinden eine erneute Nutzen-Kosten-Untersuchung beauftragt. Nach Abschluss dieser Untersuchung empfahl das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, auf Grundlage der positiven Neubewertung der Reaktivierung die weiteren organisatorischen und planerischen Schritte zur Konkretisierung des Vorhabens durchzuführen. Hierzu soll die Vorplanung abgeschlossen und mit der Entwurfsplanung begonnen werden. Daran arbeiten die Kommunen und Landkreise derzeit intensiv.

Auf diesem Wege sollen die Kosten für notwendige Investitionen in die Infrastruktur ermittelt werden. Bis wirklich wieder ein Zug von Wölfersheim aus vorbei an Wohnbach und Berstadt nach Hungen fahren kann, wird noch etwas Zeit vergehen. Realistisch kann man von frühestens 2023 ausgehen. "Die Planungen am Wölfersheimer Bahnhof haben gezeigt, wie komplex ein solches Vorhaben sein kann. Doch der Aufwand lohnt sich, denn die Verbindung bringt einen echten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger der an die Bahnstrecke angrenzenden Gemeinden." berichtet Wölfersheims Bürgermeister Eike See. Dem pflichten auch Anita Schneider, Landrätin des Landkreises Gießen, und der Wetterauer Landrat Jan Weckler bei. "Von Lich über Hungen gibt es sehr viele Pendler, die von einer besseren Verbindung in den Wetteraukreis und nach Frankfurt profitieren werden. Neben der Reaktivierung ist eine direkte Verbindung ohne Umsteigen unser gemeinsames Ziel" so Landrätin Anita Schneider.

Eine wesentliche Hürde wurde dabei bereits genommen. Die Bahn wird den Bahnhof in Beienheim grundlegend umbauen, wodurch ein Koppeln der Züge möglich wird. "Unser Ziel ist es, langfristig innerhalb von weniger als 50 Minuten ohne Umsteigen von Wölfersheim nach Frankfurt bzw. von Lich nach Frankfurt zu fahren. Es freut uns daher sehr, dass wir in einem so konstruktiven und umsetzungsorientierten Team aus Kommunen, Kreisen und Verkehrsverbänden zusammenarbeiten." sind sich Bürgermeister und die beiden Landräte einig. Bildunterschrift

Hinten, v.l.: Thomas Größer, Leiter Bauamt Gemeinde Wölfersheim; Stefan Klöppel, Leiter ZOV; Klaus-Dieter Schmidt, Büroleitung der Landrätin des Landkreises Gießen; Tobias Brückle, DB Netz AG; Thomas Busch, RMV; Sven Hofmann, Leiter Regionalnetze Wetterau und Odenwald

Sitzend, v.l.: Uwe Sames, Stadt Hungen; Beate Bernshausen, ZOV; Eike See, Bürgermeister der Gemeinde Wölfersheim; Anita Schneider, Landrätin des Landkreises Gießen; Karl-Peter Schäfer, Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises